SRG Zentralschweiz blickt an Delegiertenversammlung auf Konzessionsphase

Anlässlich der 72. Delegiertenversammlung hat die SRG Zentralschweiz auf die anstehende Konzessionserneuerung geblickt. Präsident Olivier Dolder deutete die Ablehnung der Halbierungsinitiative als klaren Auftrag der Bevölkerung. Ausserdem richtete sich der neue SRF-Direktor Roger Elsener erstmals an die Zentralschweizer SRG-Mitglieder. Für ihn bleibt die regionale Verankerung auch in Zeiten von Spardruck entscheidend.

Olivier Dolder, Präsident der SRG Zentralschweiz, zog an der Delegiertenversammlung von Samstag Bilanz eines medienpolitisch intensiven Jahres: Ende 2025 war noch offen, wie die Abstimmung über die Halbierungsinitiative ausgehen würde. So sei es umso erfreulicher, dass sich die Schweizer Stimmbevölkerung mit einer deutlichen Mehrheit von 62 Prozent dagegenstellte.

Für die anstehende Konzessionserneuerung sei das als klarer Auftrag der Bevölkerung zu verstehen. «Das deutliche Nein zur Halbierungsinitiative ist ein Ja zu einer starken SRG, die regional verankert ist, sich digital weiterentwickelt und ihrem Publikum ein Vollprogramm bietet», sagte Dolder vor den Delegierten im Herrenhaus Grafenort. Damit plädierte er für eine Vollkonzession, auch angesichts der Diskussionen rund um mögliche Einschränkungen im Sport-, Unterhaltungs- und Onlinebereich. Die öffentliche Vernehmlassung zur Konzession findet kommendes Jahr statt, ehe der Bundesrat 2028 darüber entscheiden wird.

Fokus auf Transformationsprozess

Neben den statutarischen Traktanden wie dem Jahresbericht, welche die Delegierten einstimmig genehmigten, stand der Transformationsprozess «Enavant SRG SSR» im thematischen Fokus der Delegiertenversammlung. Die SRG steht vor fundamentalen Veränderungen und der Aufgabe, bis 2029 rund 270 Millionen Franken zu sparen – sowie gleichzeitig den medialen Wandel zu stemmen. Eine entscheidende Rolle nimmt dabei der neue SRF-Direktor Roger Elsener ein. Für ihn ist die neue Funktion aber nicht bloss eine Herausforderung, sondern in erster Linie eine «Lebensaufgabe», wie er ausführte. «Und das Leben ist halt nicht immer einfach.»

Das Unternehmen sei gut aufgestellt, sagte der Zuger. Es zähle nach wie vor auf grosse Reichweite und viel Vertrauen. Doch gleichzeitig stecke die SRG und damit auch SRF «mitten im Strudel eines grossen Wandels». Um relevant zu bleiben, so Elsener, gelte es, über die Sprachregionen hinweg näher zusammenzuarbeiten und innovativ zu bleiben. «Wir bleiben wichtig, verankert in der Region.»

Elsener trat seine Rolle am 1. Mai an und wandte sich somit noch in seinem ersten Monat an die Zentralschweizer Delegierten. Diese nutzten die Gelegenheit für einen Austausch über unterschiedliche Themen innerhalb der SRG und die Veränderung der Mediennutzung.

Neuwahlen stehen bevor

Wegweisend wird es im kommenden Jahr auch bei der SRG Zentralschweiz. An der nächsten Delegiertenversammlung werden sämtliche Chargen für die darauffolgenden vier Jahre turnusgemäss neu gewählt. Damit stehen wichtige Entscheide an, welche die strategische Weiterentwicklung des Vereins mitprägen werden.

Musikalisch umrahmt wurde die Delegiertenversammlung von Singer-Songwriter El Ritschi. Der Engelberger ist zudem seit 15 Jahren Kolumnist beim Regionaljournal Zentralschweiz.

Text: Miriam Abt, Mitglied Leitender Ausschuss SRG Zentralschweiz

Bild: Olivier Dolder, Präsident der SRG Zentralschweiz, eröffnet die Delegiertenversammlung und führt durch die Veranstaltung. Copyright: Samuel Erni / Johanna Unternährer Fotografie

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